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ARCHIV
1. Grazer Tagung DaF/DaZ Texte und Textverarbeitung im Unterricht DaF/DaZ 18.-19. Oktober 1996 Im kommunikativen Fremdsprachenunterricht stehen Texte mindestens in zweifacher Hinsicht im Mittelpunkt: Einerseits sind Texte Endprodukt münd- licher bzw. schriftlicher Textproduktion, andererseits dienen sie unüberseh- bar in verschiedenster Art als Ausgangspunkte und Kristallisationspunkte für den Unterricht schlechthin. Beide Aspekte sind wichtig, besonders wesentlich scheint uns der zweite zu sein. Je mehr Texte im Unterricht als Stützen der gemeinsamen Arbeit diese Arbeit mitprägen und bestimmen, desto wichtiger ist die Frage: Wie werden diese Texte bearbeitet und verarbeitet, was sind die Bedingungen für das Gelingen unterschiedlicher Verfahren der Erarbeitung und Verarbeitung, welche Formen solchen Umgehens mit Texten können wir mit einiger Zu- versicht als sinnvoll und lernrelevant unterstellen? Antworten auf solche Fragen liegen keineswegs auf der Hand. In der Literatur sind schon viele Antworten gegeben und versucht worden – aber was tun wir im Unterricht? Was hat sich im jeweiligen konkreten Kontext bewährt, was haben wir versucht, wo glauben wir, besondere Erfolge zu haben oder sogar Neues ausgeheckt zu haben, von dem wir annehmen, es könnte auch andere interessieren?
2. Grazer Tagung DaF/DaZ „Deutsch geht mir so schwehr.“ Lernersprache und Lernersprach- forschung als Impuls für den Fremdsprachenunterricht 19.-20. Juni 1998 Die Sprache unserer LernerInnen ist uns wichtig. Schließlich fühlen wir uns als LehrerInnen ja eben für diese Sprache verantwortlich. Was hat sie uns zu sagen, einmal abgesehen von „Fehlern“ – wie immer man diese definiert. Uns scheinen mindestens die folgenden Aspekte wesentlich:
• Welche „Lehren“ ziehen wir aus lernersprachlichen Entwicklungssequenzen in der Festlegung von Progressionen/Curricula?
• Was tun mit Fossilierungen? Tauchen sie bevorzugt dort auf, wo Transfer mit im Spiel ist?
• Welche Formen der Evaluation bzw. der Rückmeldung erweisen sich als produktiv im Sinne einer Unterstützung des Lernfortschritts der LernerInnen?
• Variabilität: Woran liegt es, wenn LernerInnen das, was sie eben noch konnten, plötzlich nicht mehr können? Und wie ist das vereinbar mit der An- nahme von mehr oder minder feststehender Erwerbssequenzen?
• Pragmatische Dimensionen: Wie meistern LernerInnen Sprechakte, welche Rolle spielen kontrastive Pragmatik und interkulturelle Aspekte in diesem Zu- sammenhang?
• Warum erreicht man in der L2 so häufig nur Teilkompetenzen?
3. Grazer Tagung DaF/DaZ Alternative Methoden im Fremdsprachenunterricht 11.-12. Juni 1999
Die Geschichte der Fremdsprachendidaktik ist auch eine Geschichte von alternativen Methoden, die den Rekurs auf die jeweils gängigen sprach- didaktischen Konzepte verweigern und ihre Verfahren auf eine neue Basis stellen: auf bis dahin wenig beachtete sprachwissenschaftliche Theorien, auf psychologische, therapeutische oder künstlerische Konzepte, die es erlauben, Lehr- und Lernprozesse unter frischer Perspektive wahrzunehmen, zu inter- pretieren und zu gestalten. Solche Alternativen fristen oft ein etwas abgesondertes Eigenleben, manch- mal stellen sie sich – mehr oder weniger erfolgreich – dem „Mainstream“ entgegen, nicht selten führen sie auch zu einer Differenzierung und Be- reicherung des allgemein anerkannten Instrumentariums der Fremd- sprachendidaktik. Dies besonders, aber nicht nur dann, wenn sie spezifische Aufgaben bzw. Lernbereiche des Unterrichts betreffen und so eine Integra- tion in bestehende Strukturen leichter fällt. Nach Jahren der Ablehnung und Skepsis hat in der deutschsprachigen Fremd- sprachendidaktik seit Ende der 80er Jahre eine Phase der differenzierteren Auseinandersetzung mit solchen Methoden eingesetzt. Zu Recht, wie wir meinen, auch wenn über die Effektivität und die Attraktivität vieler dieser Alternativen noch wenig Einigkeit besteht und eine empirische Auseinander- setzung damit (wie auch mit den gängigen Verfahren!) erst in den Anfängen steht.
4. Grazer Tagung DaF/DaZ Grammatik und Sprachaufmerksamkeit 16.-17. Juni 2000
Grammatikunterricht ist wieder ein Thema. Die neue Thematisierung von Grammatik im Unterricht findet allerdings in einem veränderten Kontext statt. Grammatik, Grammatikvermittlung und Grammatiklernen werden bezogen auf Ergebnisse der Lernersprach- und Spracherwerbsforschung, Verfahrensweisen „postkommunikativer“ Methodologien, die Entwicklung von Fertigkeiten, das übergreifende Konzept der „Sprachaufmerksamkeit“ (language awareness).
5. Grazer Tagung DaF/DaZ Textkompetenz 15.-16. Juni 2001
Textkompetenz (Literacy, Literatheit, Schriftkundigkeit) ist die Fähigkeit, mit Texten unterschiedlicher Art adäquat umzugehen. Sie spielt im Fremd- und Zweitsprachenunterricht explizit eine Rolle in der Diskussion um die Förde- rung der Lese- und Schreibfähigkeit, also der Rezeption und Produktion im schriftlichen Bereich. Eher versteckt und implizit ist Literatheit aber auch ein Faktor, der im Aufbau der mündlichen Kompetenz eine Rolle spielt, und wenig beachtet ist bisher der Sachverhalt, dass Textkompetenz im Unterricht als einer formellen und systematisch auf Schriftlichkeit basierenden Veran- staltung von Anfang an das fremdsprachliche Lernen beeinflusst. Ent- sprechend vielfältig und wichtig sind die Aspekte, die mit der Thematik „Textkompetenz im Fremd- und Zweitsprachunterricht“ verbunden sind.
6. Grazer Tagung DaF/DaZ Lernen im Beruf. Entwicklung von professioneller Identität und didaktischer Effizienz von Lehrerinnen und Lehrern 14.-15. Juni 2002
Lehrerinnen und Lehrer planen, animieren, organisieren und koordinieren unterrichtliche Aktivitäten. Sie sind damit der wahrscheinlich wichtigste ex- terne Faktor im Lernprozess der LernerInnen, hängen doch auch zentrale methodische Entscheidungen und die Wahl didaktischer Verfahren von ihnen ab. Entsprechend hoch sind die Ansprüche, denen Lehrerinnen und Lehrer zu genügen haben und meist auch selber genügen wollen. Nun sind die angesprochenen Anforderungen fast unendlich vielfältig. Welches sind die Kernkompetenzen, über welche Lehrerinnen und Lehrer verfügen sollten, um ihren Aufgaben gerecht zu werden? Und, wie wir alle wissen: Die Grundausbildung für den Lehrberuf kann (wie in vielen anderen Berufen) zwar eine solide Basis an Kenntnissen vermitteln und erste Erfah- rungen ermöglichen – die Herausbildung einer professionellen Identität, einer flexiblen Könnerschaft geschieht aber erst im Zuge der Berufsausübung, vor dem Hintergrund vielfältiger Erfahrungen. Welche individuellen Eigenschaften sind ausschlaggebend dafür, dass diese Entwicklung in der Praxis und durch die Praxis gelingt? Welche Informationen, Kenntnisse und Hilfestellungen können diese Entwicklung fördern, im Hinblick auf die Qualität des Unterrichts wie auf das persönliche Wohlbefinden der Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Arbeitsfeld? Die 6. Grazer Tagung DaF/DaZ ist dem Thema gewidmet, das durch diese Hinweise in Umrissen angedeutet ist. Es ist kein leichtes Thema, denn es be- trifft uns als Lehrende selber, und es betrifft einen Bereich, der in den her- kömmlichen, vorwiegend auf Fragen der Vermittlung gerichteten didaktischen Entwürfen wenig Beachtung gefunden hat. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass dies eines der zentralen Themen ist, mit dem sich jede Lehrerin, jeder Lehrer im Rahmen ihrer/seiner Tätigkeit auseinandersetzt, ein Thema auch, das (häufig eher implizit) in jeder LehrerInnenausbildung und -fortbildung mit eine Rolle spielt.
7. Grazer Tagung DaF/DaZ Konflikt und Kultur im Unterricht 20.-21. Juni 2003
Im Unterricht leben und arbeiten Lehrende und Lernende miteinander. Dabei entstehen zwangsläufig Konflikte, aber auch die Notwendigkeit, eine Kultur des Umgehens miteinander, der Kommunikation und der Kooperation zu ent- wickeln. Zugleich sind Konflikt und Kultur brisante Themen des Unterrichts, die nicht selten eine gewisse Sprengkraft entfalten. Besonders im Hinblick auf die interkulturelle Dimension von Unterricht ist Konflikt potenziell stets präsent, ob Interkulturalität nun auf dem Aufein- andertreffen von Personen unterschiedlicher Herkunft beruht oder von den behandelten Themen und Fragestellungen ausgeht. Sensibilität ist hier nicht nur von den Lehrenden, sondern auch von den Lernenden gefordert, insbe- sondere dann, wenn eine klare Lösung von Konflikten nicht gelingt und ein Maß von Fremdheit und Nichtverstehen bestehen bleibt. Diese herausragende Rolle der Interkulturalität in der jüngeren Diskussion darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Frage von Konflikt und Kultur des Zusammenlebens in jeder Gruppe und in Bezug auf jeden Lehr-Lern-Bereich relevant ist. Was Lehrende didaktisch anstreben, beruht auf Vorstellungen darüber, wie Klassen und wie Lernprozesse in der Klasse „funktionieren“. Auch geringfügige Fehleinschätzungen können die Resultate des Unterrichts beträchtlich beeinflussen. Widerstand, gar offene Konflikte machen aus den schönsten Plänen Makulatur. Bestehen sie auf Dauer, wird der Sinn der Zusammenarbeit insgesamt in Frage gestellt. Die 7. Grazer Tagung ist Fragen gewidmet, die sich in diesem Zusammen- spiel von Lehrenden und Lernenden ergeben – Fragen, die an der Kontakt- stelle zwischen didaktischem Handwerk und aktueller, in jedem Moment sich neu präsentierender Unterrichtswirklichkeit angesiedelt sind.
8. Grazer Tagung DaF/DaZ Sprachpraxis im Unterricht 11.-12. Juni 2004
Dass Sprachpraxis der Motor des Spracherwerbs ist – diese Einsicht ist alt. Sie liegt spätestens seit der kommunikativen Wende der Suche nach adäquaten Unterrichtsverfahren zugrunde. Dennoch bleibt das Ziel, im Un- terricht möglichst intensives und aktives sprachliches Handeln der Lernenden zu ermöglichen, eine der großen Herausforderungen der Didaktik. Denn Sprachpraxis als ein von kommunikativen Absichten gesteuerter, situa- tionsangepasster und authentischer Sprachgebrauch steht in einem gewissen Gegensatz zur Struktur der Unterrichtssituation und zu dem, was wir didak- tisch am besten beherrschen: dem Vermitteln und dem kontrollierten Üben von spezifischen sprachlichen Kenntnissen und Teilfertigkeiten. Wie lösen wir die Schwierigkeit, in einem von Zielvorgaben und institutionellen Zwängen geprägten Rahmen eine von den Lernenden aktiv und selbst getragene Sprachpraxis zu ermöglichen? Und wie können wir solche Aktivitäten mit den Zielen des Unterrichts und seinen strukturellen Prägungen verbinden? Diese didaktischen Fragen sind Thema der 8. Grazer Tagung. Wir beziehen uns damit auf Vorstellungen, wie sie z. B. im Rahmen von Konzepten des auf- gabenorientierten Unterrichts, der Dramapädagogik, des Immersionsunter- richts oder des projektorientierten Unterrichts entwickelt worden sind.
9. Grazer Tagung DaF/DaZ Aufgaben 23.-24. Juni 2006
Aufgaben sind das prototypische didaktische Instrument, das wir zur Ver- fügung haben, um Lernende zu aktivieren und zur eigenständigen Ausein- andersetzung mit einem Thema anzuleiten. Unabhängig davon, wie einfach oder komplex Aufgabenstellungen sind – mit ihnen steuern wir die wich- tigsten Lernprozesse im Unterricht, und es ist nicht zuletzt die Qualität von Aufgabenstellungen, die darüber entscheidet, wie zielgerichtet und effizient der Unterricht für die Lernenden ist. Die zentralen Fragen lauten also: Welche Formen des Sprachgebrauchs ent- stehen durch bestimmte Aufgabenstellungen und wie wirken sich diese auf Spracherwerbsprozesse aus? Durch welche Merkmale zeichnen sich beson- ders effiziente Aufgaben aus? Wie müssen Aufgaben aussehen, damit sie mit möglichst lernwirksam sind?
10. Grazer Tagung DaF/DaZ Wortschatz 22.-23. Juni 2007
Sprachliche und kommunikative Kompetenzen hängen sehr direkt mit Wort-schatzkenntnissen zusammen – Wortschatzerwerb ist demgemäß eines der großen Themen im Sprachunterricht. Gleichzeitig gibt es relativ wenig, was wir über den Wortschatz zu sagen haben. Anders als in Bezug auf Grammatik ist es schwer, Prinzipien und Regeln zu formulieren, die eine fundamentale Einsicht in die Struktur und die Rolle des Wortschatzes in der Sprache ver- mitteln könnten. Wir können Strategien des Verstehens und des Lernens thematisieren – die Aufgabe, sich Wort für Wort der neuen Sprache einzu- prägen, wird dadurch vielleicht erleichtert, aber nicht reduziert oder abge- kürzt. Wörter sind in ein dreifaches Netzwerk eingebunden: das der anderen Wörter der Sprache (hier spielen auch die grammatischen Merkmale eine Rolle, die sie mit sich tragen), das des Weltwissens und der Assoziationen zwischen den Elementen dieses Wissens, und das der Äußerungen und Texte, in denen sie vorkommen und die meist die erste Begegnung mit neuen Wörtern an- bieten. Der Reichtum des Wortschatzes und die unterschiedlichen Bezüge, in die Wörter eingebunden sind – das sind die Rahmenbedingungen, die im Er- werb des Wortschatzes im Unterricht zu berücksichtigen und möglichst ge- schickt in Szene zu setzen sind.
11. Grazer Tagung DaF/DaZ Kommunikation und Konstruktion in Spracherwerb und Unterricht 13.-14. Juni 2008
Sprache ist Mittel der Kommunikation, und Sprache wird auch im Unterricht zu einem guten Teil in kommunikativen Settings gelernt. Lernen ist vielfach als Konstruktion bzw. als Rekonstruktion beschrieben worden. Was Kom- munikation und (Re-)Konstruktion im Spracherwerb und im Unterricht aus- zeichnet und wie sie als Phänomene zusammenhängen, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander, und zwar auf jeder Ebene, z. B. in der Spracherwerbs- und Lerntheorie (etwa im Gegeneinander von pragmatisch und grammatisch argumentierenden Schulen), in der Wahrnehmung und Beurteilung unterschiedlicher Lernerstrategien (vgl. den Stellenwert von Nachahmung und Repetition in unterschiedlichen empirischen und didak- tischen Zugängen), im Design und der Bewertung von didaktischen Ansätzen und Vorgehensweisen (vgl. Focus-on-Form-Konzepte vs. expliziter Gram- matikunterricht, Kommunikative Didaktik vs. Konstruktivismus).
12. Grazer Tagung DaF/DaZ Lesen. Prozesse, Kompetenzen, Förderung 05.-06. Juni 2009 Texte bringen auf ganz unterschiedliche Weise Erfahrungen mit der Welt zur Sprache. Nicht zuletzt dank ihrer Stabilität und leichten Handhabbarkeit laden sie ein zur konzentrierten Auseinandersetzung sowohl mit diesen Erfah- rungen wie auch mit der Sprache, in der sie zum Ausdruck kommen. Es ist deshalb kein Wunder, dass sie in den meisten Formen des Fremdsprachen- unterrichts eine herausragende Rolle spielen. In mehrsprachigen Klassen stehen Texte ohnehin im Zentrum eines auf die Vermittlung und Präsentation von Wissen eingestellten Unterrichts. Lesen, Leseformen und Lesestrategien sowie Verfahren der Besprechung und Bearbeitung von Texten gehören zu den Standardthemen der Sprachdidaktik. Dass sie an der 12. Grazer Tagung ins Zentrum gestellt wurden, war nicht nur ihrer fortdauernden Aktualität in der Praxis geschuldet, sondern auch durch weitere Entwicklungen motiviert. Zu nennen sind hier
• das durch PISA und verwandte Studien neu bestätigte Wissen um die Wich- tigkeit der grundlegenden textuellen Fähigkeiten für jede Form der höheren Bildung und Ausbildung
• die durch die Leseforschung immer differenzierter erschlossenen Erkennt- nisse über Leseprozesse, auch solche in der Fremd- bzw. Zweitsprache, und über den Einfluss soziokultureller Faktoren für das Textverstehen
• die im letzten Jahrzehnt erfolgte Herausbildung didaktischer Konzepte zur Förderung von Textkompetenz, die die traditionelle Fertigkeitenlehre über- wunden hat und auch das Lesen unter neuen Perspektiven wahrzunehmen erlaubt
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